Ohne durchgängige Produktdatenhaltung gibt es im Maschinen- und Anlagenbau keine Digitalisierung

    Raimund Schlotmann, Geschäftsführer der PROCAD GmbH & Co. KG, erklärt im Interview mit konstruktionspraxis – eine Marke von Vogel Business Media – „Warum PLM- und PDM-Systeme der Wegbereiter für Digitalisierung im Maschinenbau sind“.

    Welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen PLM und Industrie 4.0?

    Die Antwort ist einfach. PLM ist eine der Voraussetzungen für die Digitalisierung in der Fertigungsindustrie. Mit der Digitalisierung von Produkten steigen z.B. die Anteile an Elektronik und Software in den Produkten und damit die Notwendigkeit, die Abhängigkeiten der Entwicklungsbereiche mit einem durchgängigen Produktdatenmanagement zu erfassen. Digitalisierung von Produkten bedeutet damit automatisch auch die Digitalisierung aller Produktdaten über den gesamten Lifecycle hinweg. Mit Service Angeboten wie Predictive Maintenance wird die Datenmenge sogar noch größer. Die Verwaltung von Produktdaten ist die klassische Aufgabe von PDM- und PLM-Lösungen und eine der Voraussetzungen für die Digitalisierung in der Fertigungsindustrie. Hier gibt es allerdings bei vielen Firmen noch viel zu tun. Häufig sind Dokumente, wie zum Beispiel Serviceberichte, noch nicht ins Produktdatenmanagement eingebunden. Das heißt, es gibt immer noch voneinander unabhängige Informationsinseln und kein durchgängiges Product Data Backbone.

    Product Data Backbone – was verstehen Sie darunter?

    Das ist eine Informationsbasis, in der alle Produktdaten und Dokumente in digitaler Form zusammenlaufen und in Verbindung gebracht werden. Dokumente in Schränken und auf Papier oder Dateien auf persönlichen Rechnern können niemals Teil eines vollständig digitalisierten Prozesses sein. Auch die Ablage von Dateien mit Projekt- oder Auftragsdokumenten im Microsoft Dateisystem ist kein digitalisier Ablauf, da es zwischen den dort abgelegten Dokumenten keine digitale Beziehung gibt. Das Product Data Backbone muss als Rückgrat der Produktinformationen eines Unternehmens digitale Abläufe ermöglichen.

    Welche Daten aus welchen Quellen sind betroffen?

    Zu den Produktdaten gehören zwingend die Daten aus M-CAD, Elektro- und Elektronik-CAD sowie die Produkt-Software. Produktrelevante Informationen befinden sich aber auch in Office-Dokumenten, im ERP System, im CRM oder Support System, usw. All diese Informationen müssen im Product Data Backbone zusammenfließen. Maßgeblich ist dabei, dass die technische Struktur einer Maschine oder Anlage dabei führend ist. Dieser Maschinenstruktur werden generell alle Dokumente, die zu einem Produkt gehören, zugeordnet. […]

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    Alle Dokumente, die zu einem Produkt gehören, werden durchgängig der Anlage zugeordnet – von den CAD-Daten, über Verträge, Spezifikationen, Auftragsdokumente bis hin zur Korrespondenz.