Collaborative PLM

Ausgehend vom CAD-Datenmanagement, stellt Collaborative PLM heute die vorerst letzte Evolutionsstufe bei der Weiterentwicklung von Technologien zur Verwaltung von Daten und Dokumenten im technisch-industriellen Umfeld dar. Collaborative bedeutet, dass PLM-Prozesse über die Firmengrenzen hinaus erweitert werden. In der heutigen vernetzten Welt müssen Unternehmen firmen- und systemübergreifend denken. Dadurch wird eine intern und extern vernetzte Prozesskoordination entlang des gesamten Produktlebenszyklus in Echtzeit möglich. Gesteuert über die Collaborative PLM-Lösung, werden Partner, Kunden und Lieferanten in die Unternehmensabläufe eingebunden. Wichtig ist hier, dass die Art und Weise, wie man mit Externen zusammenarbeitet, den gleichen Regeln folgt wie die internen PLM-Prozesse.

Mit PROOM hat PROCAD eine Collaborative PLM-Plattform für den Dokumentenaustausch entwickelt, die speziell auf die Anforderungen von produzierenden Unternehmen ausgelegt ist. Virtuelle Projekträume ermöglichen die Vergabe und Verwaltung von Benutzerberechtigungen, so dass das Unternehmen genau festlegen kann, wer was sehen, bearbeiten oder austauschen darf. Für jeden Projektraum werden Aktivitätsprotokolle geführt, um die Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten. Der Dokumentenaustausch selbst ist mit wenigen Klicks erledigt. Alle Änderungen an den Dokumenten werden automatisch synchronisiert.

7.1 Vertrauliche Dokumente

Im Maschinen- und Anlagenbau arbeiten heutzutage oft verteilte, spezialisierte Teams zusammen. Im Rahmen solcher Entwicklungsprozesse werden vertrauliche Dokumente von verschiedensten Partnern bearbeitet, die außerhalb der eigenen Unternehmensgrenzen agieren. Product Lifecycle Management (PLM-Lösung) muss aus diesem Grund als Gesamtlösung betrachtet werden – das Wesensmerkmal von Collaborative PLM. An den Schnittstellen sind professionelle Instrumente des Datenaustausches gefragt. Bislang waren E-Mail und FTP die am häufigsten genutzten Transportwege, haben jedoch deutliche Nachteile: E-Mail-Verkehr ist unsicher und für vertrauliche Dokumente wenig geeignet. Beim FTP-Transfer werden Dateiversionen unkontrolliert überschrieben, die Protokollierung ist unzureichend, ferner sind nur Up- und Download möglich. Im betrieblichen Umfeld hat man jedoch oft mit sehr großen Dateien zu tun, die zu teilen sind. Erforderlich sind außerdem Dokumentenlenkung, Versionierung, Rechtevergabe und das Einrichten individueller Projekträume.

Datenaustauschplattformen wie Dropbox kommen ursprünglich aus dem privaten Bereich, bieten aber inzwischen oft eine professionelle Variante. Wenn auch dem Gedanken an vertrauliche Dokumente dort eher Rechnung getragen wird, in dem man verschiedene Datenräume für dedizierte Nutzergruppen einrichten kann, sind sie dennoch nicht auf die speziellen Anforderungen im technischen Umfeld hin zugeschnitten.

Sicherheit für vertrauliche Dokumente muss auf verschiedenen Ebenen stattfinden: sowohl während der Datenübertragung als auch was die protokollierte Änderung von Dateien angeht. Der größte Nachteil gängiger Datenaustauschplattformen besteht aber sicherlich darin, dass sie nicht in die bestehende Collaborative-PLM-Landschaft des Unternehmens eingebettet sind. Damit existiert nach wie vor ein Bruch zwischen den Systemlandschaften. Die Prozesse beim Austausch von und während der Arbeit an Konstruktionsplänen, CAD-Zeichnungen, Änderungsaufträgen, Ausschreibungen und sonstigen technischen Dokumenten sind nicht nahtlos miteinander verbunden.

Sicherer Dokumentenaustausch für CAD-Daten und technische Dokumente
Bild: PROOM – Sicherer Dokumentenaustausch für CAD-Daten und technische Dokumente

 

7.2 Virtuelle Projekträume

Virtuelle Datenräume schaffen die Brücke für technische Unternehmen, kontrolliert auf Dateien zuzugreifen. Ein virtueller Datenraum ist eine digitale Plattform zum schnellen und sicheren Austausch von Informationen und zur Effizienzsteigerung des Informationsaustausches zwischen unterschiedlichen Projektmitgliedern. Geeignet sind solche Plattformen für den Einsatz in kommunikationsintensiven Prozessen, wie z.B. zwischen Konstruktionsabteilungen und externen (Entwicklungs-)-Partnern. In solchen Entwicklungspartnerschaften geht es um kollaboratives Arbeiten, Vertraulichkeit und Integration in bestehende Systeme. Die Anforderungen an den Informationsaustausch steigen durch die derzeit wachsende technische Komplexität. Externe Partner, Kunden oder Lieferanten auf der verlängerten Werkbank müssen konsequent und zuverlässig zusammenarbeiten können, ohne System- und Medienbrüche. An dieser Stelle setzen Dokumentenaustauschplattformen für professionelle Anwender an, indem sie Prozesse zwischen intern und extern miteinander verbinden. Über solche virtuellen Datenräume erfolgt der Dateiaustausch über System- und Unternehmensgrenzen sicher und nachvollziehbar.

Besonders in technischen Unternehmen herrschen bereits festgesetzte Strukturen, Abläufe und Freigabeprozesse vor, die ein virtueller Projektraum gut abbilden kann. Der Leiter eines digitalen Projektraums kann über ein ausgefeiltes Zugriffsberechtigungskonzept exakt steuern, welche Projektmitglieder wann was mit den Dokumenten tun darf. Über integrierte Monitoringfunktionen sowie eine dedizierte Rechtevergabe an die Benutzer lassen sich alle Aktivitäten nachvollziehen. Durch das Synchronisieren von beispielsweise CAD-Daten oder technischen Spezifikationen über den Projektraum greifen Konstrukteure und Entwicklungspartner jederzeit auf die aktuellen Dateien zu. Da die Dateien nicht lokal, in möglicherweise dem E-Mail Posteingang eines Mitarbeiters, liegen, ist man durch einen virtuellen Projektraum unabhängig von den An-/ Abwesenheiten sowie dem Bearbeitungsstatus anderer Projektmitglieder. Außerdem wird durch die Sync-Funktion die Möglichkeit zur Offline-Bearbeitung der Dateien bereitgestellt.

Virtuelle Projekträume mit PROOM

Die virtuellen Projekträume von PROOM erlauben es den Projektbeteiligten, sich auf die Inhalte zu konzentrieren und nicht auf die Administration. So werden Projekte schneller und erfolgreicher durchgeführt und Compliance-Richtlinien eingehalten.

Teamwork ist nur so gut wie ihr Workflow. Jetzt PROOM kostenlos testen.

2017-proom-netzsieger
Testbewertung 4,69 / 5 in der Kategorie Cloud-Speicher.
Lesen Sie hier den unabhängigen Testbericht zu PROOM.

7.3 Zusammenarbeit

PRO.FILE (PDM/PLM-System) ermöglicht über eine „Enterprise Transaction Orientated Replication“ (ETOR) eine standortübergreifende Zusammenarbeit für Unternehmen, die Profile an mehreren Standorten einsetzen. Somit stellt PRO.FILE seinen Nutzen in global verteilten Teams eine skalierbare Collaborative PLM-Lösung zur Verfügung.

Dies ist angesichts der heutigen Praxis auch notwendig, da nicht mehr nur Großunternehmen, sondern auch mittelständische Fertiger im Maschinen- und Anlagenbau oder in der Automobilzulieferindustrie Konstruktion und Entwicklung an international verteilten Standorten durchführen. Dokumente werden also von verschiedensten Partnern bearbeitet, die außerhalb der eigenen Unternehmensgrenzen agieren. Diese Zusammenarbeit in weltweit verteilten Teams gilt es zu koordinieren und zu synchronisieren und einen schnellen Zugriff auf aktuelle Daten für alle Beteiligten zu ermöglichen.

PRO.FILE ETOR (PDM/PLM-System) löst dies über eine Replikation der Entwicklungsdaten. Das heißt, dass alle Daten an jedem Standort lokal bereitgestellt werden. Für die Bearbeitung von CAD-Daten, ihr Öffnen, Lesen, Anzeigen und Speichern, muss keine Übertragung zum zentralen Server aufgebaut werden. Moderne Datenbanktechnologie sorgt dafür, dass trotzdem dem Grundgedanken des Produktlebenszyklusmanagement (PDM/PLM-System) entsprochen wird, nach dem alle Anwender auf einer gemeinsamen Datenbasis arbeiten sollen.

Mit einer performanten Datenbank kann jeder Standort mit einer eigenen Datenbasis arbeiten und zusätzlich alle CAD-Modelle und andere Entwicklungsunterlagen komplett lokal vorhalten. D.h. das Lesen, Anzeigen und Speichern finden stets vor Ort statt. Anschließend überträgt der lokale Server die Daten im Hintergrund an alle anderen Standorte. Diese gewinnen dadurch noch an Autonomie, denn wenn die Verbindung zum zentralen PLM-Server einmal unterbrochen ist, können sie trotzdem weiterarbeiten. Steht die Leitung wieder, gleichen Standorte und Zentrale die Daten automatisch ab.

PLM im globalen Einsatz

Durch die Datenreplikation an verteilten Standorten wird die Entwicklungskollaboration in global verteilten Teams wesentlich vereinfacht. Voraussetzung ist stets eine zuverlässige Synchronisation zwischen zentraler Datenbasis und lokalen Änderungen. Ist dies der Fall, können verteilte Teams auch im Fall von Leitungsunterbrechungen weiterarbeiten, ohne die Datenintegrität des Gesamtsystems zu gefährden. Sie können ganze Baugruppen mit einem Klick austauschen – sicher, fehlerfrei und ohne Änderungskonflikte.

7.4 Bestellprozesse

Eine Collaborative-PLM-Lösung soll firmenübergreifende Arbeitsabläufe sauber abbilden. Der Konstrukteur kann für jedes Produkt in PRO.FILE (PDM/PLM-System) entsprechend der im CAD-System, z.B. AutoCAD, Autodesk Inventor, Creo, Solid Edge oder Solidworks, vorgegebenen Struktur Produktordner anlegen. Diese werden mit Zeichnungen, Stücklisten, technische Unterlagen, Berechnungen etc. gefüllt. Ein Bestellprozess startet dann üblicherweise mit einem Auftragseingang. Der Projektleiter legt den neuen Auftrag im ERP-System unter einer eindeutigen Nummer an, die anschließend automatisch an die PDM/PLM-Software mit den Metadaten des Auftrags (Kunde, Produkttyp und -nummer) übergeben wird. Dort wird ein Auftragsordner mit eben dieser Nummer angelegt. Der Konstrukteur erhält die Spezifikation des Auftrags, kopiert die Projektstruktur aus dem Produkt- in den Auftragsordner und füllt diesen anschließend mit Leben.

So sind im Produktordner stets die neuesten Stände der Zeichnungen dokumentiert, während im Auftragsordner dargestellt ist, was tatsächlich gebaut wurde. Ist der Auftrag fertig zusammengestellt, werden die Zeichnungen an die Fertigung übermittelt. Ein Verzeichnis im PDM/PLM-System hält die Fertigungsstände des Produktes fest. So wird der Nachweis erbracht, wann welche Zeichnung in welcher Version zum Kunden bzw. an die Fertigung geschickt wurde. Lückenlos kann das Unternehmen die gesamten Bestellprozesse vom Auftragseingang über die Konstruktion bis hin zur Fertigung belegen.

PLM mit PRO.FILE als Product Data Backbone

Hier erweist sich wiederum die Eigenschaft von PRO.FILE (PDM/PLM-System) als Product Data Backbone als unschätzbar, in dem es Aufgaben und Versionsstände von Dokumenten zu jedem Zeitpunkt eines Auftrags nachvollziehbar macht und archiviert. Dem Unternehmen gelingt es dadurch, seine Auftragsprozesse effizient abzuwickeln und dem Kunden termingerecht fertige Produkte auszuliefern. Ob die Beteiligten bei diesem Prozedere im Inland oder Ausland sitzen, ob es sich um lokale oder global verteilten Teams handelt, spielt an dieser Stelle keine Rolle.